Die Seele des Ortes + der Pflanze 🌳

Hera ist die Dreifache Schöpfergöttin des alten Kreta – Personifikation des Landes und somit Mutter allen Lebens. In ihrer Nymphengestalt ist sie die Seele der Pflanze oder des Ortes, die/den sie bewohnt. 🌿 Als Vegetationsgöttin regelt sie die Zeit und innerhalb des Jahreskreises die Zyklen des Pflanzenwachstums.
Alljährlich verjüngt sie sich in einer heiligen Quelle und bringt den Frühling, feiert im Sommer die Heilige Hochzeit mit ihrem Gefährten, um Fruchtbarkeit über das Land zu bringen 🌺 und zieht sich im Herbst/Winter wieder in die Erde zurück.

Frei nach kretischem Vorbild geschaffen ist dieser Stufenrock aus feinster Bio-Baumwolle, von Hand in aufwändiger Shibori-Batiktechnik gefärbt. Die Taillenweite ist dank Tunneldurchzug mit einem Band zum Binden individuell einstellbar. Weitere Bilder gibt es hier zu sehen ☞ Stufenrock HERA
Das luftig-leichte Jäckchen aus Bio-Schleiernessel mit Trompetenärmeln ist vorne zum Binden ☞ Bolero NYMPHE

Advertisements

Lilith – Archetyp der Wilden Frau (Teil 6)


LILITHS BEDEUTUNG FÜR DIE FRAUEN VON HEUTE
Lilith ist ein Symbol der Frauenbewegung, welches die Männer viel mehr betrifft als die Frauen selbst, denn sie stellt den Mann und seine Rolle in der Gesellschaft in Frage. Sie versinnbildlicht den Protest gegen das patriarchale Weltbild und dient als Leitbild für das Streben nach Unabhängigkeit, Autonomie und Ganzheitlichkeit.
Lilith gilt als unversöhnliche Gegnerin der männlichen Machtherrschaft – Sie begleitet jede Frau, die aus Demütigung, Anpassung, Tyrannei und Unterwerfung ausbrechen will.
Wenn eine Frau die Lilith in sich verleugnet und statt dessen patriarchale Erwartungen jeglicher Art um der männlichen Anerkennung willen erfüllt, wird sie sie möglicherweise in ihrem Haß und ihrer Eifersucht auf unabhängigere Frauen kennenlernen – dann wird Lilith als “die andere Frau”, Konkurrentin und Femme fatale gefürchtet. Statt sich zu fragen, was sie in ihrem Leben und in ihrer Beziehung ändern könnte, um aus ihrer Unzufriedenheit herauszufinden, stilisiert sich die Frau zu einer Art rundum glücklichen Mutterfigur hoch und blickt gleichzeitig voller Verachtung auf die verführerische, freigeistige und gelehrte Lilith, die Gleichstellung mit dem Mann will.
Die weibliche Urkraft Lilith ist eine Kraft, die für sich steht, die zornig und zerstörerisch sein kann, weil sie so lange unterdrückt wurde, aber auch kreativ und heilsam, wenn sie einen Platz in unserem Leben bekommt.
Als innere Weisheit der Seele führt Lilith in die Tiefe des weiblichen, ganzheitlichen und zyklischen Wissens, welches die Verbundenheit mit den Elementen und allen Lebenwesen, mit allem Irdischen und Überirdischen, beinhaltet.
Ganz besonders in den Elementen Luft und Wasser ist Lilith zu Hause – Große Beweglichkeit und Flexibilität einerseits und anderseits eine außergewöhnliche Empfindsamkeit und Gefühlsintensität zeichnen sie aus. Das Wasser ernährt sie – Also kommen wir an ihre Eigenschaften heran, sobald die Gefühle fließen. Lilith kann als eine tiefgründige Gefühlsenergie verstanden werden, die uns hilft, unser Potential zu verwirklichen.
Sie bringt dich auch mit deinem kreativen Potential in Berührung – Ihr Wasserelement verleiht dir künstlerische Fähigkeiten und ihr Luftelement die Gabe der Kommunikation.

Aus der Sicht der weiblichen Mysterien ist Lilith vom Ufer des Roten Meeres, dem Ozean des Roten Blutes, die Göttin des Menstruationsblutes der Frauen. Als Muse der Menstruation ist sie natürlich auch die geheimnisvolle Göttin des Mondes und der Nacht. Besonders zur Zeit der abnehmenden und dunklen Mondphase, welche analog zur Menstruation gesehen wird, sind Liliths Kräfte am größten – Die dunkle Seite der Göttin bringt zerstörerische Energien hervor, vernichtet Altes und Verbrauchtes, um Neues zu erschaffen. Diese Eigenschaften lassen in ihr auch die Göttin des Todes und der Wiedergeburt erkennen.
Lilith ist die Urgöttin in all ihren Aspekten – Sie ist einerseits die ewig junge Verführerin und liebende Muse, die Verkörperung der weiblich-magischen, kreativen und formgebenden Schöpferinnenkraft, aber auch die Weise Alte und schwarze Königin der Unterwelt.
Gerade für Frauen ist es wichtig, die Mondkraft in all ihren Facetten zu erforschen, denn sie verkörpert das alte matriarchale Wissen der Urfrau und ihre intiuitve Naturverbundenheit – Eine Weisheit, die in jedem weiblichen Körper gespeichert ist.
Als Göttin des Lebens und des Todes ermöglicht Lilith den Frauen die Entwicklung ihrer Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Autonomie. Das Herausarbeiten und Entwickeln ihres Lilith-Potentials befähigt eine Frau dazu, die Göttin in sich selbst zu gestalten, d.h. ihre eigene Schöpferin zu werden, frei von den äußeren Realitäten. Sie wird in der Lage sein, ihre eigene Wahrheit zu erkennen, sich aus Abhängigkeiten zu befreien und selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen.
Lilith weckt die wahre Individualität in dir und duldet keinen Versuch, deinen inneren wesentlichen Werten untreu zu werden. Sie zerstört alles, was nicht deiner ursprünglichen Natur und deinem idealen Lebensweg entspricht, durchschneidet deine falschen Rollen, Absichten und Illusionen. Sie wird dich nicht zu deinen Zielen führen, indem sie offenbart, welche es sind, sondern indem sie alles beseitigt, was nichts damit zu tun hat. Lilith schließt alle falschen Türen. Sie hilft dir aber auch dabei, dein wahres, eigentliches Selbst voll und ganz zu verwirklichen, deine Lebensumstände zu verändern, zu wählen und zu bestimmen – Sie lässt dich erkennen, wer du wirklich bist.
Lilith ist die wilde, lustvolle und unbeugsame Symbolfigur für das eigenständige Weibliche in uns.

Frauen, in denen Lilith präsent ist, lieben ihre Freiheit und sind oft charismatische, extravagante, unabhängige und gebildete Persönlichkeiten. Sie wirken geheimnisvoll, verführerisch, anziehend und verlockend erotisch, andererseits aber auch rebellisch, widerspenstig, unbezähmbar und manchmal ein bisschen unheimlich.
Lilith ist die willensstarke, unabhängige Frau, die Selbstbestimmung, Offenheit und sexuelle Freiheit verkörpert -Sie ist frei, zügellos und ekstatisch in ihrer belebenden, pulsierenden, transformierenden Sexualität, die Erinnerungen an den ursprünglichen orgiastischen Aspekt der Großen Göttin wachruft. Lilith symbolisiert den wilden, freien und jungfräulichen (im Sinne von “keinem Mann gehörenden”) Aspekt der weiblichen Liebeskunst.
Gleichberechtigung im partnerschaftlichen und sexuellen Bereich ist für Lilith eine Selbstverständlichkeit – Sie würde nie mit einem Mann zusammenleben, der sie nicht als ebenbürtige Partnerin behandelt und hat kein Problem damit, aus einer Beziehung der Unterdrückung auszubrechen. Lilith sucht nach Wegen, sich zu binden, ohne ihre Unabhängigkeit zu opfern. Sie will die Freiheit, sich zu bewegen, sich zu verändern und sie selbst zu sein. Sie stellt sich nicht die Frage: “Mit wem gehe ich?”, sondern sie sagt: “Ich gehe meinen Weg, wer geht mit?”.
Auch das friedliche Zusammenleben der Völker wird von lilithschen Kräften maßgeblich beeinflusst – Es geht um die Gleichberechtigung aller Menschen, um die Gleichstellung der Nationen und den Abbau der Ungerechtigkeiten im Prozeß der Globalisierung.
Lilith ist der Inbegriff der starken, wilden, sinnlichen Großen Göttin – Wer sie einlädt zurückzukommen, erhält die Rückfahrkarte ins Paradies.

Lilith – Archetyp der Wilden Frau (Teil 5)


MYTHEN
In der Kabbala, der mystischen Tradition des Judentums, ist Lilith ein geflügelter Engel, der nach den Höhen der spirituellen Welt strebt und die göttliche Ur-Tora (Taro/Tarot) studiert – Sie ist die Leiter, die man bis zu den Stufen der Weissagung hinaufsteigen kann. Lilith überstrahlt alle anderen Engel an Größe und Weisheit. Sie kennt sogar den magischen Namen Gottes, steht also in enger, vertrauter Verbindung zu ihm – Das läßt darauf schließen, daß Lilith die Gemahlin Gottes ist, die Mutter von Adam und Eva, und damit die Mutter der Menschheit.
Lilith war von Anbeginn eine Schöpfergöttin. Alleine diese Tatsache kann den Christen und auch den Moslems nicht gefallen haben, wollten sie doch einen männlichen Herrschergott auf dem himmlischen Thron sehen.

Lilith wird häufig als die große Verführerin, das Sinnlich-Weibliche in Person, die Femme fatale der Mythen und Religionen beschrieben – ebenso wie Salomé, Ishtar, Aphrodite und Venus.
Salomé z.B. verkörpert als Hohepriesterin die mesopotamische Himmelsgöttin Ishtar. Ihre Ähnlichkeit mit Lilith ist in ihrem freien, verführerischen Ausdruck zu erkennen.
Liliths Schönheit und Sinnlichkeit finden wir auch in der griechischen Aphrodite und der römischen Venus wieder.
Liliths dunkle und zerstörerische Seite zeigt sich z.B. in den Aspekten der mesopotamischen Lamashtu, in Gestalten wie den griechischen Moiren, Gorgonen, Lamien und Empusen, der Medea und den nordischen Nornen.
Medea ist eine griechische Verwandte der Lilith, eine Heil- und Kräuterkundige, Synonym für starke Weiblichkeit und weibliches Selbstbewusstsein.
Die vampirähnlichen Lamien oder Empusen sind Kinder der Göttin Hekate und können ihre Gestalt verändern, z.B. in betörend schöne Frauen, in Schlangen oder Wölfe;
und ebenso wie Lilith wird ihnen nachgesagt, daß sie schlafende Männer verführen und ihnen das Blut aussaugen.
Die Gorgonen bilden wie viele Varianten der Großen Göttin eine Trinität und waren wie Lilith ursprünglich eine dreifache (Mond)-Göttin. Als Gestaltenwandlerinnen können auch sie die Gestalt von Schlangen annehmen.
Die griechischen Moiren sowie die nordischen Nornen sind je eine Dreiergruppe von Schicksalsgötttinnen, die auch den Mond in seinen drei Phasen symbolisieren.
Im Islam finden sich Lilith-ähnliche Wesen, die vor allem nachts aktiv sind. Sie heißen Umm al-Layl (“Mutter der Nacht”) und Quarina (“Die Gehörnte”).
Lilith wird auch manchmal mit der aus arabischen Mythen bekannten Königin von Saba verglichen.
In der hinduistischen Göttin Kali und der tibetischen schwarzen Dakini finden wir ebenfalls Parallelen zu Lilith.

LITERATUR
Liliths Wirkungsgeschichte reicht bis in die Märchen und Legenden hinein. Am bekanntesten ist wohl die Schilderung der Walpurgisnacht in Goethes “Faust”: Hier erscheint sie als große Verführerin und reitet zusammen mit den Hexen um den Blocksberg. Doktor Faust fragt während des zauberischen Treibens auf dem Blocksberg: “Wer ist denn das?” und Mephisto antwortet: “Lilith, Adams erstes Weib. Nimm dich in Acht vor ihren schönen Haaren, vor diesem Schuck, mit dem sie einzig prangt, tut sie damit den jungen Mann umfahren, so lässt sie ihn so bald nicht wieder fahren.”
Für die romantischen Dichter des 19. Jahrhunderts verkörperte Lilith as Bild der Frau als Femme fatale – verlockend, unwiderstehlich und todbringend.

Hier geht’s zum letzten Teil der Lilith-Reihe: Welche Bedeutung hat Lilith für die Frauen von heute?

Lilith – Archetyp der wilden Frau (Teil 1)


URSPRÜNGE
Lilith gilt als Vorbildfigur für die selbstbewusste, starke, emanzipierte und unabhängige Frau, die ihren eigenen Weg geht. Sie ist eine matriarchale Göttin und gleichzeitig auch die unbeugsame erste Frau auf Erden. Lilith gilt als Symbol der Frauenbewegung und ist in jüdisch-feministischer Theologie nach wie vor der Inbegriff einer positiven, gelehrten und starken Frau. Für die Anhängerinnen des Neuheidentums ist Lilith die Königin der Hexen und ihre schönen Töchter und Priesterinnen, die Lilim, werden als “Nachthexen” bezeichnet.
Um Lilith ranken sich viele mehr oder weniger wilde Geschichten. Wollen wir uns mal die Ursprünge ansehen – Wo kommt Lilith her und was war sie, bevor sie von Christen, Satanisten und Fantasy-Autoren/Filmproduzenten so negativ umgedeutet wurde?
Der Ursprung Liliths ist in den frühen Hochkulturen des alten Nahen Ostens zu suchen, in den sumerischen, mesopotamischen, babylonischen, assyrischen und hebräischen Mythen. Ihre frühesten Assoziationen verweisen auf Ninlil, die sumerische Schöpfungsgöttin und Herrin der Luft, die den Mond im Dunkel der Unterwelt gebar. Lilith ist demnach aus der großen geflügelten Vogelgöttin hervorgegangen und ist eine Luftgöttin.
In den alten Schriften taucht sie unter verschiedenen Namen und Abwandlungen auf:
SUMER + MESOPOTAMIEN
→ Lil (“Wind”), auch Lillu oder Lillum – Die Große Göttin, Luftgöttin
→ Lilitu – Die freudvolle, strahlende Königin des Himmels, die im Wipfel des Weltenbaumes (Baum des Lebens, Kiskin, Kiskanu, Huluppu) wohnt
→ Ardat-lili (“Windsbraut”)
→ Belet-ili oder Belili – Schöpfergöttin, Gebär-Mutter, Mutter aller Götter und Menschen
→ Le-el-lu-um (“Nächtlicher Schutzwind)
→ Lil-lake – Tochter der Dunkelheit
→ Ki-sikil-lil-la (“Reiner Ort des Windes”) – Sie lebt zum Zeitpunkt der Schöpfung ruhelos und ohne festen Wohnsitz
→ Dnin-nin-na – Die Göttin der Eulen
SYRIEN
→ Ba-alat (“Gebieterin”, “Königin”) – Verkörpert durch einen Meteoriten
ISRAEL
→ Lilit (“Göttin des Windes in großer Höhe”)
→ Lilith (“Die Nächtliche”, “Die im Schatten verweilende Schleiereule”)
→ Laila (“Nacht”)
→ Naamah, Naama oder Naema (“lieblich”, “wohltuend”, “Das schöne Mädchen”) – Lilith in ihrem Mädchenaspekt

Teil 2: Die wohl älteste Darstellung Liliths